Jubilate
Das Kirchenlied auf Wunsch auf dem Tablet: «Jubilate» betritt mit seinem digitalen Ansatz Neuland.
Bild © «Jubilate»-Chance Kirchengesang

Jubilate

Singen ab neuem Buch, Handy oder Tablet

Das bisherige Kirchengesangbuch von 1998 hat bald ausgedient. Um es zu erneuern, entwickelt eine Arbeitsgruppe seit mehreren Jahren neue Kirchengesangsmedien. Das künftige Buch «Jubilate» wird mit einem digitalen Gottesdienstplaner ergänzt.


Im Gottes­di­enst sitzen und mit dem Tablet auf dem Schoss das Kirchen­lied mitsin­gen: Das ist jet­zt noch Zukun­ftsmusik, kön­nte bald aber Real­ität wer­den. Denn das neue Gesang­buch für die katholis­che Kirche, das derzeit entste­ht, wird auch dig­i­tal daherkom­men. Sprich: Text und Noten sind nicht nur in klas­sis­ch­er Buch­form zugänglich, son­dern auch in ein­er App. Per 1. Advent 2028 soll das neue Pro­dukt «Jubi­late» erscheinen und das bish­erige, blaue Kirchenge­sang­buch ablösen. Die Pla­nun­gen für den Kirchenge­sang der Zukun­ft laufen schon seit mehreren Jahren: Seit 2019 entwick­elt eine Arbeits­gruppe der Deutschschweiz­erischen Ordi­nar­ienkon­ferenz (DOK, eine Arbeits­gruppe der Bis­chöfe) neue Kirchenge­sangsme­di­en. Damals lief das Pro­jekt noch unter dem Pro­jek­t­na­men «Chance Kirchenge­sang», inzwis­chen heisst es «Jubi­late». Ein Name, der in einem Wet­tbe­werb aus 116 Vorschlä­gen das Ren­nen machte.

Digital den Gottesdienst planen

Das Lieder­buch «Jubi­late» wird mit rund 600 Seit­en schlanker daherkom­men als sein Vorgänger. «Das neue Buch wird auch optisch neu sein und so den Kirchenbe­suchen­den hof­fentlich ins Auge sprin­gen», sagt Pro­jek­tlei­t­erin San­dra Rupp Fis­ch­er. «Wir arbeit­en darauf hin, dass das Buch zu neuen musikalis­chen, litur­gis­chen und kreativ­en Gottes­di­en­stzugän­gen anregt.»

Zudem sollen Ein­führungskurse und Bil­dungsange­bote, beispiel­sweise auch im Bere­ich der Sin­gan­i­ma­tion, «das kraftvolle Gottes­di­en­st­feiern und das gemein­same Sin­gen bestärken».

Jubi­late ste­he für Suchende, Inter­essierte, Neugierige und kirch­lich Behei­matete und fördere die Vielfalt und Ver­bun­den­heit untere­inan­der, hält Rupp Fis­ch­er fest. So evaluiert aktuell etwa eine Kom­mis­sion zur Mehrsprachigkeit Gesänge, die in «Jubi­late» in mehreren Sprachen bere­it­ste­hen wer­den.

Was wertvoll sei, jedoch im neuen Buch nicht abge­druckt wer­den könne, kann gemäss der Pro­jek­tlei­t­erin im soge­nan­nten dig­i­tal­en Gottes­di­en­st­plan­er zur Ver­fü­gung ste­hen. Mit diesem Pro­gramm kön­nen Pfar­reien ihre Gottes­di­en­ste vere­in­facht pla­nen und alle daran beteiligten Per­so­n­en miteinan­der ver­net­zen. Die Pfar­reien kön­nen zudem eigene Print-Anhänge zusam­men­stellen. Dieser Gottes­di­en­st­plan­er mit Gottes­di­en­stvor­la­gen, Lieder- und Gebets­bib­lio­thek, Export­möglichkeit­en für Beam­er oder Smart­phone sowie einem Printshop werde auch nach Erscheinen des Buch­es aktuell bleiben.

Was sich nicht bewährt hat, muss weichen

Und wie unter­schei­det sich «Jubi­late» inhaltlich vom bish­eri­gen Kirchenge­sang­buch? «Jubi­late nimmt die aktuelle Kirch­enen­twick­lung auf, geht auch auf klein­er wer­dende Gemein­den und Ver­net­zung in Seel­sorge- und Pas­toral­räu­men ein und ani­miert zu vielfälti­gen Gottes­di­en­st­for­men», schildert die Pro­jek­tlei­t­erin. «Das Sin­gen soll auch in kleinen Feierge­mein­den möglich sein, die Sin­gan­i­ma­tion durch Nicht­musik­erin­nen und ‑musik­er gewin­nt an Bedeu­tung.» Das interkul­turelle Feiern werde durch das zeit­gle­iche Sin­gen von Liedern in ver­schiede­nen Sprachen gefördert.

Einzug find­en wür­den konkret «neue Kehrverse und Rufe, neue Lieder zum Kirchen­jahr, ins­beson­dere auch zur öster­lichen Busszeit, zum Taufgedächt­nis, zur Nach­folge Christi, eben­so zu aktuellen The­men wie Kli­ma, Frieden, Angst, Wut und Liebe». Und: «Nicht-Bewährtes aus dem KG von 1998 wird weichen müssen», sagt die Pro­jek­tlei­t­erin. «Jubi­late» suche nach einem zeit­gemässen Aus­druck in Wort und Musik – ansprechend, hin­führend und ver­ständlich.

Dieser Artikel ist zuerst im Pfar­reiblatt Zug erschienen.

Ramona Nock
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