Zur Verabschiedung von Karl Scholz

Lieber Karl

Es freut mich, dass ich zu Deinem Abschieds­gottes­di­enst in der Klosterkirche ein paar per­sön­liche und würdi­ge Dankesworte an Dich richt­en durfte. Der Ort der Ver­ab­schiedung ist zen­tral und äusserst gut gewählt. Die Klosterkirche ist das markan­teste und bedeu­tend­ste Bau­denkmal, aber auch die Kirche mit grösster Strahlkraft in unserem Pas­toral­raum. Und in der sehr tief­gründi­gen Geschichte rund um das Kloster Muri gibt es einen Selig gesprochen Karl. Wenn das keine gute Erin­nerung ist, für deine Ver­ab­schiedung und näch­ste Zukun­ft? Vor gut drei Jahren durften wir zusam­men in der Pfar­rkirche Muri den Ein­set­zungs­gottes­di­enst miteinan­der feiern. Ein the­ma­tis­ch­er Grund­satz war unter anderem «gekom­men um zu bleiben». Wenn sich die Sit­u­a­tio­nen ändern, kön­nen sich auch Grund­sätze ändern. So ist das Leben. In Dein­er Zeit als Pas­toral­raum­leit­er von Feb­ru­ar 2023 oder dem Ein­set­zungs­gottes­di­enst vom 5. März 2023 bis heute ist viel passiert. Vieles haben wir lei­der nie zusam­men gemacht. Nie gin­gen wir zusam­men in die Natur Gottes und haben zusam­men die schön­sten Bilder bestaunt und sie fotografisch fest­ge­hal­ten. Nie gin­gen wir zusam­men auf eine Fuss-Wall­fahrt und haben uns sportlich gefordert.

Aber vieles haben wir gemein­sam gemacht, vieles hast Du bewirkt und uns mit­gegeben. Viel Energie hast Du mit uns gebraucht — viel Energie hast Du uns gegeben. Vom Anfang an Dein­er Tätigkeit in unserem Pas­toral­raum hast Du den Begriff «von Herzen oder her­zlichst» stark geprägt, vieles kommt heute von Herzen! Wichtig war Dir immer die Kraft der Stille — umso mehr freut es mich, dass Du in Deinem Ver­ab­schiedung­s­text im Licht­blick zum Titel «Der Klang bleibt» geschrieben hast. Das Pas­toral­raum-Konzil und die Stan­dor­tum­frage war ein gross­er Kraftakt von Dir! Du hast allen Pfar­reiange­höri­gen in unserem Pas­toral­raum die Möglichkeit gegeben, sich zu äussern. Ich bin überzeugt, die Ergeb­nisse von diesem Konzil, nen­nen wir es «Karl-Konzil», schwingt noch lange in unseren Pas­toral­raum hinein. Deine Bere­itschaft zum Aushal­ten und Ruhe bewahren, damit die Seel­sorge auch in unan­genehmen Sit­u­a­tio­nen funk­tion­iert, haben mich immer beein­druckt. Das hast Du in Dein­er Ein­set­zungs-Gottes­di­enst-Predigt schön zum Aus­druck gebracht: «Alle Men­schen haben Eck­en, Risse und Kan­ten. Diese sollte man nicht ver­steck­en, denn genau um diese Werte gehe es. Wir wollen die Stärken, aber auch die Schwächen zusam­men­le­gen und daraus etwas Schönes entste­hen lassen. Es sei wie mit einem nicht ganz run­den Wagen­rad. Es fährt, auch wenn es rumpelt.» Etwas vom Schön­sten, was Du mir per­sön­lich mit­gegeben hast, sind Deine dif­feren­zierten und zum Teil philosophis­chen Texte. Auch wenn sie nicht immer geeignet waren für eine klas­sis­che Predigt, oder auch wenn sie auf Deine ZEN-Tätigkeit ver­weisen, die Texte haben mich viel­mals sehr berührt. So im Speziellen der Text «Men­schen sind wie Blät­ter» vom 6.11.2025.


Fort­set­zung näch­ste Seite

nach
soben