Wettersegen

Wettersegen

Seit Men­schen began­nen, sich fest an einem Ort anzusiedeln und Acker­bau zu betreiben, wurde ihnen bewusst, wie wichtig das Wet­ter für den Anbau von Getrei­de, Frücht­en und Gemüse ist. Die Men­schen began­nen, das Wet­ter zu beobacht­en, um gegebe­nen­falls die Aus­saat und die Ernte danach richt­en zu kön­nen. Wie alles, was das Leben bee­in­flusst, wurde auch das Wet­ter als von den Göt­tern bee­in­flusst ange­se­hen. Man glaubte an ihren Ein­fluss und ver­suchte mit Opfer­gaben, die Göt­ter gün­stig zu stim­men. Entsprechende archäol­o­gis­che Zeug­nisse reichen 3’000 Jahre zurück.

Unser Wet­tersegen ist ein Brauch, mit dem die Gläu­bi­gen in der Liturgie Gott um gutes, das heisst gedeih­lich­es, Wet­ter für die Ernte sowie um die Ver­scho­nung vor Unwet­tern und Katas­tro­phen bit­ten. Um den Wet­tersegen wird vom Fest des Apos­tels Markus (25. April) bis zum Fest Kreuzer­höhung (14. Sep­tem­ber) gebeten.

Der Kli­maer­wär­mung wegen kann man heute über­legen, die klas­sis­chen Worte des Segens zu erweit­ern. Ich habe das ein­mal ver­sucht und spreche ihn heute so:

Gott,Schöpfer des Him­mels und der Erde, des Wassers, der Luft und des Feuers.

Seg­ne uns und schenke uns gedeih­lich­es Wet­ter! Halte Blitz, Hagel, Starkre­gen, sen­gende Hitze, aus­trock­nen­den Wind und jedes Unheil von uns fern.

Seg­ne die Äck­er und Wiesen, die Gärten, die Wein­reben und den Wald und schenke uns die Früchte der Erde.

Begleite unsere Arbeit und unser Gebet, damit wir in Dankbarkeit und Freude gebrauchen, was durch die Kräfte der Natur und die Mühe des Men­schen gewach­sen ist.

Seg­ne und bewahre unsere Liebe zum Kli­ma, zur Bio­di­ver­sität und zur ganzen wun­der­baren Schöp­fung.

Mit diesem Segens­ge­bet dür­fen wir unseren Schöpfer im Sinne von Psalm 64,2 immer wieder bit­ten und bestür­men.

Ich wün­sche Ihnen fro­he Som­mer- und Feri­en­t­age, mit einem weit­en Blick auf die Wet­ter­phänomene – und eine gesunde Heimkehr!

Bildquelle: Bild Val Frisal, Hans-Peter Stier­li, Pri­vat

Hans-Peter Stier­li, Diakon

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