Versöhnung leben
Die Welt sehnt sich nach Frieden – und dennoch polarisieren sich unsere Gesellschaften immer mehr. Rechts gegen Links, Reich gegen Arm, der Osten gegen den Westen usw. Wie können wir als Einzelne, die sich vermutlich oft hilflos fühlen, hier prägnante Zeichen für das Gute und Heilsame setzen? Eine Möglichkeit, konstruktiv zum guten Leben für Alle beizutragen, ist die Bereitschaft zur Versöhnung. Versöhnung von Mensch zu Mensch gelingt, wenn wir uns mit uns selber versöhnen. Mit unserem Alltag, unserer Lebensgeschichte und mit den Anteilen unserer Persönlichkeit, die uns das Leben schwer machen. Eine Aufgabe, die nicht in einem Mal erledigt ist – sie ist eher ein lebenslanger Prozess. Gott begleitet uns bei dieser Aufgabe, er schenkt uns das Sakrament der Versöhnung, er schenkt uns innere Wandlung und Befreiung von Dunkelheiten und Verletzungen.
In Heiliggeist feiern wir jeweils vor Ostern und vor Weihnachten einen Versöhnungsgottesdienst. So auch am Sonntag, 21. Dezember. Im Gottesdienst helfen meditative Gedanken und musikalisch untermalte Reflektionspausen, zu uns zu kommen, uns bewusst zu werden, «wo es klemmt und drückt» und Gott all das im gemeinsamen Gebet anzuvertrauen und durch den Zuspruch der Vergebung Versöhnung zu erfahren. Wer sich auf diesen Gottesdienst schon etwas vorbereiten möchte, wer die Zeit des Advents, die ja eigentlich, gleich wie die Fastenzeit, eine Zeit der Besinnung und Busse ist, nützen möchte, um sich etwas Zeit für sich selbst zu nehmen, findet ab dem 1. Advent an unseren Schriftenständen ein kleines «Begleitheft Versöhnung». Kurze Impulsfragen helfen, zu verschiedenen Lebensbereichen Gedanken und Erinnerungen zu sammeln, die dann im Gottesdienst in der Stille vor Gott gebracht werden können.
Wir wünschen allen Pfarreimitgliedern einen guten, erkenntnisreichen und versöhnenden Weg durch die Adventszeit, um dann an Weihnachten die Freude über die Geburt Jesu und sein Kommen in diese Welt mit Freude und offenen Herzen feiern zu können. Damit ein Stück mehr Frieden in unseren Herzen, in unseren Häusern und in unserer Welt werde!
Text: Katrin Schulze, Pfarreiseelsorgerin

