
Sommermeditation
Von Raben und Bächen
Im Schöpfungsgottesdienst auf dem Achenberg und im Gottesdienst am Waldfest in Mandach ist dieser Bibeltext erklungen:
Das Wort des HERRN erging an Elija:
Geh weg von hier, wende dich nach Osten
und verbirg dich am Bach Kerit östlich
des Jordan!
Aus dem Bach sollst du trinken
und den Raben habe ich befohlen, dass
sie dich dort ernähren.
Elija ging weg und tat, was der HERR
befohlen hatte;
er begab sich zum Bach Kerit östlich des
Jordan und liess sich dort nieder.
Die Raben brachten ihm Brot und Fleisch
am Morgen
und ebenso Brot und Fleisch am Abend
und er trank aus dem Bach.
Der Kontext der Geschichte erzählt von einer Krise. Einer ökologischen und einer politischen Krise. Es droht eine langanhaltende Trockenheit und der König reagiert nicht angemessen darauf. Kommt ihnen das auch vertraut und aktuell vor? Der Prophet Elija wird von Gott an den Bach Kerit geführt, wo Raben ihn versorgen. Elijas Weg in der Krise führt in die Natur. Er erfährt, dass sie ihm alles schenkt, was es zum Leben braucht. Der Bach und die Raben sind die Symbole dafür. Elija nimmt an, was da ist. Er greift nicht ein und zerstört nicht. Er lebt wie am Sabbat. Vorbild für den Sabbat ist der siebte Tag der Schöpfungserzählung, an dem Gott ruht. Sabbatgemäss leben, schöpfungsgemäss leben – die Sommerzeit, die Ferienzeit lädt uns ein, dem viel mehr Raum in unserem Leben zu geben. Als Segen für uns und für alles, was ist.
