Sommerferien – Zeit für eine Ruhepause

Sommerferien – Zeit für eine Ruhepause

Die Som­mer­fe­rien begin­nen ger­ade. Es wird merk­lich ruhiger, Liegenge­bliebenes kann aufgear­beit­et, zurück­gestellte Freizeit nachge­holt wer­den. Manch ein­er und eine von uns ver­reist auch für ein paar Tage oder Wochen. Die bewusste Dis­tanz zum All­t­ag hil­ft dabei, abzuschal­ten. Und wir wer­den beschenkt mit neuen Ein­drück­en, Begeg­nun­gen, und so weit­er.

In den let­zten Jahren mussten wir miter­leben, wie der Umgangston im Grossen in der Welt­poli­tik und auch im Kleinen in unserem erlebten All­t­ag rauer gewor­den ist: Fron­ten ver­härten sich, Posi­tio­nen wer­den extremer, Diskus­sio­nen hitziger, Wort­ge­fechte laut­stark­er. Aufges­taute Emo­tio­nen ent­laden sich in einem lauteren Ton­fall, als man eigentlich wählen möchte.


Vielle­icht spiegelt sich darin auch die sich immer schneller drehende Welt: Geschäfte, über die zu befind­en ist, wer­den immer kom­plex­er, es wird von einem Ter­min zum näch­sten gehet­zt, unter­schiedlich­ste Ansprüche sind unter einen Hut zu brin­gen, und es gibt nur sel­ten Momente des Innehal­tens.


Im Som­mer mit seinen lan­gen Tagen und der Feriendis­tanz zum All­t­ag wer­den wir für einen Augen­blick aus der Hek­tik dieses All­t­ags her­aus­ge­führt. Wir kön­nen entspan­nen, abschal­ten und dur­chat­men – ein­fach sein, ohne leis­ten oder etwas erre­ichen zu müssen, ohne zu pla­nen. Da fällt viel Druck ab – Som­mer­pause als Gegen­pro­gramm zum All­t­ag.


Ich finde es immer wieder beein­druck­end, wie in diesem entspan­nten Umfeld der Ferien mal ganz andere Seit­en an uns zum Vorschein kom­men kön­nen. Men­schen, die im All­t­ag schüchtern sind, fan­gen in der Ferne plöt­zlich mit wild­frem­den Per­so­n­en Gespräche an. An anderen Orten sind wir aben­teuer­lustiger als zu Hause. Wir pro­bieren Neues aus, sei es an Aktiv­itäten oder kuli­nar­isch. Und wenn etwas schiefläuft, reagiert so manch ein­er und eine viel gelassen­er. Spon­taneität und Kreativ­ität mit unvorherge­se­henen Sit­u­a­tio­nen nehmen zu. Wir erleben eine Leichtigkeit des Seins. Diese unge­wohn­ten Erfahrun­gen erweit­ern den Hor­i­zont und bere­ich­ern den All­t­ag.


Viele von uns – ich eingeschlossen – nehmen uns vor, die wiederge­wonnene Leichtigkeit in den All­t­ag mit hineinzunehmen. Manch­mal gelingt dies bess­er und länger. Manch­mal holt uns der All­t­ag schneller wieder ein.


Ich wün­sche uns allen, dass wir diese Lebens­fülle in den kom­menden Wochen erfahren dür­fen und dass wir sie uns erhal­ten kön­nen – per­sön­lich, als Kirche und als Gesellschaft.


Dazu möge uns Gottes Segen begleit­en:


Gott begleite uns, wenn wir aus den Urlaub­sta­gen wieder im Gewohn­ten ankom­men.


Als Schöpfer schenke er uns im All­t­ag die Wun­der des Neuan­fangs.


Als Jesus Chris­tus gehe er mit uns, wenn der All­t­ag beschw­er­lich wird.


Als Heiliger Geist set­ze er behar­rlich die Frei­heit des Som­mers in unseren All­t­ag.


Amen


Text: Vik­to­ria Vonar­burg, Pfar­reilei­t­erin in Schöft­land

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