Nachgedacht:
Maria Himmelfahrt

Nachgedacht: Maria Himmelfahrt

Das Fest der „Auf­nahme Marias in den Him­mel“ ist das höch­ste Marien­fest im Kirchen­jahr und bere­its seit dem 5. Jahrhun­dert bezeugt. Es ver­bre­it­ete sich von Jerusalem aus, wo Maria gestor­ben ist, im ganzen Ori­ent und wurde auch in Rom und der West­kirche heimisch. Papst Pius XII. hat am 1. Novem­ber 1950 dieses Dog­ma verkün­det: »Die Gottes­mut­ter Maria ist mit Leib und Seele in die himm­lis­che Her­rlichkeit aufgenom­men wor­den.»

Das Fest heisst für viele von uns „Mar­iä Him­melfahrt“. Aber Maria ist in den Him­mel aufgenom­men worden,nicht aufge­fahren. Gott selb­st nimmt Maria bei sich auf. Er hat auf diese ein­fache Frau geschaut und sie nicht mehr aus seinen Augen ver­loren.  Wir feiern unseren Glauben, dass auch wir von Gott angeschaut wer­den und er uns vom Beginn unseres Lebens über den Tod hin­aus niemals aus den Augen ver­lieren wird.

Eine Leg­ende erzählt: Die Apos­tel sind am Ster­be­bett anwe­send. Als sie später den Sarg öff­nen, um die Tote zu ver­ab­schieden, find­en sie anstelle des Leich­nams eine Fülle duf­ten­der Blüten. Aus dieser Über­liefer­ung entwick­elte sich dann wohl — vor allem im deutschsprachi­gen Raum — der Brauch der Kräuterseg­nung, zugle­ich eine innige Anspielung auf die mar­i­an­is­chen Ehren­ti­tel „Blume des Feldes und Lilie der Täler“. Unter­schiedlich sind Zahl und Auswahl der Blu­men und Kräuter. Immer aber müssen Heilpflanzen, duf­tende Blüten und Nahrung spenden­des Grün im Kräuter-büschel enthal­ten sein. So wird das Gute der Erde und die Heilkraft des Him­mels miteinan­der ver­bun­den.

Das Fest Mar­iä Auf­nahme in den Him­mel ist das Fest der himm­lis­chen Zukun­ft vom Men­sch über­haupt. Alle sind wir von Gott berufen, unter­wegs zu sein nach oben in das ewige Licht. Wir feiern Mar­iä Auf­nahme in den Him­mel, wir feiern die Gewis­sheit: Unser Leben geht „aufwärts – him­mel­wärts!“ In Maria grüssen wir unsere Hoff­nung: „Salve Regi­na, spes nos­tra salve“ – Sei gegrüsst, o Köni­gin, unsere Hoff­nung, sei gegrüsst.“

Rita Wis­mann-Barat­to, Pfar­reiseel­sorg­erin

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