Durchatmen

Durchatmen

Foto/Text: Michael Till­mann (Image)

Wir wis­sen nicht erst seit der Coro­n­a­pan­demie und der mit ihr ver­bun­de­nen Maskenpflicht, wie wohltuend und erfrischend ein kräftiges Dur­chat­men sein kann. Die Lun­gen mit frisch­er Luft möglichst tief füllen und kräftig ausat­men. Doch die Pan­demie hat uns neu daran erin­nert, dass Atmen und beson­ders Dur­chat­men nicht selb­stver­ständlich sind.

Vor diesem Hin­ter­grund fällt es auch leichter, „Dur­chat­men“ als Meta­pher zu ver­ste­hen: Neues Leben zu tanken, ver­braucht­es loszu­lassen. Etwa so notwendig wie das Atmen. Nie begin­nen, aufzuhören und nie aufhören, etwas zu begin­nen. Keine Über­forderung, son­dern Ein­ladung.

Das Atmen ist noch für etwas anderes eine Meta­pher: für das Gebet. Schon Mar­tin Luther wusste: „Man kann kein Christ sein, ohne zu beten, so wenig wie man lebendig sein kann, ohne zu atmen.“ Die Liebe und Gnade Gottes tief in mich aufnehmen, mich von ihr beleben und erfrischen lassen, all meine Äng­ste, mein Ver­sagen und meine Schuld raus­lassen. „Atme in uns, Heiliger Geist, brenne in uns, Heiliger Geist, wirke in uns, Heiliger Geist. Atem Gottes komm!“, heißt es in einem mod­er­nen Kirchen­lied.

Und es war der Leben­satem Gottes, der Adam belebte: „So wurde der Men­sch zu einem lebendi­gen Wesen.“ (Gen­e­sis 2,7b).

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